Lange gabs keinen neuen Beitrag von mir, aber jetzt gibt es doch wieder ein paar Kleinigkeiten.
akw!-Slam in Würzburg - 6. Mai 2007.
die anreise gestaltete sich sommerlich, im park die wärme genossen und sonne getankt. mit straßenbahn zum akw!, am spielplatz text für die vorrunde geübt. problem: keinen text fürs finale mehr gehabt. notfallplan: Herr Bardo aus Felix' Textsammlung, der auch schon mehrere Slams gewinnen konnte.
Vorrunde 1: Matthias Istel erklärt dem Publikum, zu welcher zoologischen Gattung der Quiznightmoderator gehört. Nette Idee, aber der Text ist noch nicht ausgereift - das Publikum bleibt zurückhaltend. (der text wurde aber auch erst in der Nacht davor geschrieben, insofern ist da noch potential nach oben...)
Felix Kern träumt. Wie immer wunderschöner, poetischer Text, der einen mitnimmt.
Thomas Brandt: Heute mal Herzschmerz statt Comedy. Anders, aber sehr, sehr gut geschrieben.
Sonja Weichand: Slam-Debütantin mit geistreichen kleinen Gedichten, die einfach schön zu hören waren.
Michael Jakob erklärte dem Publikum, warum Tofu schwul macht. Großartig geschriebener Text, basierend auf einem echten zeitungsartikel. Und mir schmeckt Tofu trotzdem :)
Am Ende der ersten Vorrunde ist der Applaus lautstärkemäßig kaum zu unterscheiden - im 2-Sekunden-Stoßklatschen reicht es dann klar für Michael Jakob und Sonja Weichand.
Runde 2: Brian eröffnet. Als er seinen Namen nennt, tönt es aus dem Publikum "Nein, ich bin Brian!" "Ich bin Brian!" "Meine Frau und ich, wir sind beide Brian!" - soviel zur Filmzitatfestigkeit des Würzburger Publikums. Das RAF-T-Shirt war schon ein Hinweis darauf: Brian will aufrütteln, und man merkt kaum, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Starker Vortrag, provokant in Auftreten und Inhalt.
Tobi Heyel macht weiter und erzählt in schönen Bildern, dass Trübsal blasen und in Selbstmitleid aalen sich rächt, denn die Welt dreht sich weiter.
Anschließend sind wir dran. Das Proben hat sich ausgezahlt, wir hatten den Text fast auswendig drauf und kaum einen Versprecher.
Nun betritt Philipp die Bühne - leider habe ich vergessen, was er vorgetragen hat. Schade.
Vorrunde 2 endet nach dem vierten Beitrag mit der Abstimmung. Der Applaus für Tobi und uns war am lautesten. Im Finale also Sonja, Michael Jakob, Tobi Heyel und wir.
Sonja bleibt ihren Gedichten treu, und es bleibt weiterhin hörenswert.
Michael bringt die BWL-Verbalerotik - ein Klassiker, der einige Klischees ordentlich auf die Schippe nimmt, aber nach seiner Aussage der Realität entspricht. Er hat 13 Semester BWL studiert, sollte das also wissen.
Tobi Heyel bringt einen Text über traumatisierende Erfahrungen in der Frühpubertät zweier Kinder, der definitiv auf National-Slam-Niveau war. Aufbau, Wortwahl, Vortrag, Inhalt - hier hat alles gestimmt Bärenstarker Auftritt!
Wir brachten zum Schluss den Text "Herr Bardo" mit verteilten Rollen. Ungewohnt, den Text mal selbst zu lesen, und ich hab mich in meine Rolle als dementer alter Mann auch nicht wirklich einfinden können.
In der Endabstimmung nach dem Bamberger System (Wäscheklammern!) gewinnt Tobi Heyel klar und verdient, und ein schöner Abend ging zu Ende.
1. Ansbacher FOS/BOS-Slam - 8. Mai 2007
anfahrt im strömenden regen. klamotten werden zwischen parkplatz und fos/bos klatschnass und bis in die nacht hinein nicht mehr trocken. nette stimmung und bekannte gesichter - der slam kann beginnen.
Den Anfang macht Michael Jakob mit "Knut muss sterben", danach wirds schwer mit der Reihenfolge. Spicken beim Frankenslam gibt mir zumindest die TeilnehmerInnenliste:
Paddi brachte einen amüsanten Text über einen ausrastenden Personalabteilungsmitarbeiter auf der Suche nach seinem Traumjob, der mit der Frage endete, ob Geld glücklich machen kann.
Schlumpf brachte gute Gedichte, u.a. seinen Wunsch, einen Tag in der Haut eines anderen, ihm nahestehenden Menschen zu stecken. Schlumpf wird von Mal zu Mal besser im Vortrag, und der Einzug ins Finale mit 25 von 30 Punkten von der Jury ist der gerechte Lohn.
Susanne Neumann beklagte die Unpersönlichkeit von Emails und lobte sich da doch die guten, alten Kontaktformen. Außerdem las sie einen leicht melancholischen Text über den Abschied einer Klasse von sich selbst. Da kamen Erinnerungen auf... willkommen in der Slamily!
Simon Riess haute Fäkalhumor auf niedrigstem Niveau raus. Ich hab mich köstlich amüsiert, auch wenns nur um Scheiße, Drogen und Geschlechtsverkehr ging. Aber political correctness wird selbst mir mal zuviel :)
Mimi brachte wieder ihren starken "Warum ich manchmal gern ein Mann wäre aber eigentlich froh bin eine Frau zu sein"; in Verbindung mit dem sicheren und gut vorgetragenen Auftritt gab es für sie mit 25 von 30 Punkten von der Jury das Finalticket.
Martin Geier erzählte von seinen Tagen in der T7-Kompanie der Bundeswehr - sehr hörenswert und einer seiner besten Texte, gekonnt vorgetragen.
Doktor Hahn erklärte in geschliffenen Versen die Herkunft des trojanischen Pferdes und bewies einen feinsinnigen Humor.
Ein Ansbacher, dessen Name mir leider nicht mehr einfällt, hat extrem makabre Geschichten vorgetragen - ohne Leiche ging kein einziger Text aus. Schwarzer Humor at its best, der stellenweise an Monty Python erinnerte.
Schreibstoff trug in der Vorrunde wieder "1 von 4" vor, und von der Jurywertung war ich persönlich sehr überrascht - 29 von 30 Punkten! (ja, das war eine angenehme Überraschung...)
Im Finale also Schlumpf, Mimi und wir. Schlumpf erzählte die von Wazlawick inspirierte Geschichte, wie er seine Nachbarin kennenlernen will und am Schluß ihre Großmutter verwirrt zurücklässt. Sehr, sehr gelungen!
Mimi erzählte von den freien Gedanken und der Werbung, die diese Freiheit in jähe Schranken weist. Frei und sicher vorgetragen - ich rechnete uns keine großen Chancen mehr aus.
Wir brachten das Slammermutmachlied. Und gewannen.
Danke, Ansbach, für den ersten Sieg, den das Team Schreibstoff erringen konnte! Wir haben uns sehr, sehr gefreut! (und den büchergutschein hauen wir so richtig auf den Kopf!)
Studio - 9. Mai 2007
Gut, Studio klingt jetzt ein bißchen groß, aber in jedem Fall waren wir heute abend aufnehmen bei einem der besten DJs, die Bamberg zu bieten hat, und nebenbei der Betreiber eines lesenswerten Blogs. Danke für Alles, Andi!
Die Ergebnisse gibt es hier zu hören. Und wer von euch einen Myspace-Account hat, darf gerne unser Freund/unsere Freundin werden... :)
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